Welche Globuli helfen bei Zahnwurzelentzündung?
- 28. Apr.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen
Zahnwurzelentzündung und kein Termin in Sicht? Welche Globuli wirklich helfen, welche Potenz passt und wann du unbedingt zum Zahnarzt musst.
Der Schmerz pocht, der nächste Zahnarzttermin ist erst morgen oder übermorgen, und du fragst dich, ob Globuli jetzt irgendwie helfen können. Die kurze Antwort: Ja, sie können helfen. Einige homöopathische Mittel werden bei Zahnwurzelentzündungen eingesetzt. Welche genau, hängt vom Auslöser, der Symptomart und anderen Dingen ab. Daher gibt es eine Vielzahl verschiedener Globuli als auch andere Mittel, die hier helfen und unterstützen können. Wie so etwas genau ausgewählt wird und zu dir und deinen Beschwerden passt, erfährst du hier.
Was passiert bei einer Zahnwurzelentzündung?
Bei einer Zahnwurzelentzündung (Pulpitis) ist der Zahnnerv im Inneren des Zahns gereizt oder entzündet. Ursache ist meist tiefgehende Karies, ein feiner Riss im Zahn oder eine ältere, undichte Füllung. Auch übermäßige Belastung durch Stress kann eine solche Entzündung oder Reizung auslösen. Hier reagiert der Körper mit Bildung von Entzündungsflüssigkeit, die später aber auch in Eiter übergegehen kann. Manchmal ist voher überhaupt nichts zu spüren, vielleicht ab und an ein leises Ziehen am Zahn. Oft aber ist ein pochendes Gefühl, starke Empfindlichkeit auf Hitze und oft eine Verschlimmerung in der Nacht. Auch Kauen ist schmerzhaft. Unbehandelt kann sich die Entzündung ausbreiten. Wichtig: Globuli können dich gut unterstützen. Eine zahnärztliche Abklärung ist oft dennoch wichtig, vor allem bei Fieber und starker Schwellung.
Die wichtigsten Globuli bei Zahnwurzelentzündungen
Belladonna
bei plötzlich einsetzenden, pulsierenden, heftigen Schmerzen. Das betroffene Gesicht ist gerötet und heiß. Wärme verschlimmert, Ruhe hilft. Typische Potenz: C30.
Aconitum
bei Schmerzen, die plötzlich nach Kälteeinwirkung oder Stress auftreten. Oft begleitet von Unruhe und Angst. Einsatz vor allem in den ersten Stunden. Typische Potenz: C30.
Chamomilla
wenn der Schmerz extrem intensiv ist und die Person damit kaum umgehen kann: reizbar, nicht zu besänftigen, wechselnde Qualität der Schmerzen. Eher geeignet wenn Wärme lindert. Typische Potenz: D12 oder C30.
Hepar sulfuris
bei eitrig-entzündlichem Geschehen, wenn der Zahn auf leichten Druck sehr empfindlich reagiert und die Kälte alles schlimmer macht. Rechtsseitiges Mittel. Die Person ist reizbar und fröstelnd. Typische Potenz: D12 für akuten Einsatz.
Mercurius solubilis
bei eitrigen Prozessen mit metallischem Mundgeschmack, starkem Speichelfluss und Empfindlichkeit sowohl gegen Hitze als auch gegen Kälte. Typische Potenz: D12.
Zu jedem Mittel: zwei bis drei Sätze-
Zwei Situationen, zwei verschiedene Ziele
In der einen Situation kommt es durch eine undichte alte Zahnfüllung zu einer Zahnwurzelentzündung. So können Bakterien unbemerkt in das Innere des Zahns eindringen. Dort erreichen sie die Pulpa (Zahnmark) und lösen eine Entzündung aus. Dieser Prozess verläuft oft schleichend, sodass Betroffene anfangs keine starken Schmerzen bemerken. Erst wenn die Entzündung weiter fortschreitet und die Wurzelspitze erreicht, treten Symptome wie Druckempfindlichkeit, pochende Schmerzen oder sogar Eiterbildung auf. Besonders tückisch ist, dass der Zahn äußerlich gesund erscheinen kann, obwohl im Inneren bereits eine Infektion vorliegt.
im zweiten Fall kam es durch ein Trauma, also eine Verletzung des Zahns, etwa durch einen Sturz oder einen Schlag zu einer Zahnwurzelentzündung. Auch wenn der Zahn äußerlich intakt wirkt, kann das Zahnmark geschädigt werden. In der Folge stirbt das Gewebe ab (Nekrose), wodurch sich Bakterien ansiedeln und eine Entzündung an der Wurzelspitze entsteht. In solchen Fällen treten Schmerzen oft verzögert auf.
Überbrückung bis zum Zahnarzttermin
Hier bedarf es niedriger Potenzen wie D12, häufigere Einnahme, mit dem Ziel der Schmerzlinderung ohne die Ursache zu adressieren.
Mittel: Belladonna, Aconitum, Chamomilla je nach Symptombild.
Begleitung während oder nach der Wurzelkanalbehandlung
In dieser Situation hier können die Mittel wechseln. Arnica nach dem Eingriff für Gewebetrauma, Hypericum wenn Nerven betroffen sind, Staphisagria nach chirurgischen Schnitten. Potenzen C30 als Einmalgabe möglich. Und auch die Gabe von weiteren unterstützenden Mitteln, die entsprechend des Auslösers und Gesamtbildes des Menschen herausgesucht und ausgetestet werden können zur Förderung der Selbstheilung und das Immunystem fördern, sind wichtig.
Globuli bei Zahnwurzelentzündung: Dosierung und Einnahme
In der Regel werden 3 bis 5 Globuli pro Einnahme empfohlen. Diese lässt man langsam auf der Zunge zergehen, ohne sie zu kauen oder mit Wasser einzunehmen. Wichtig ist ein Abstand von mindestens 15 Minuten zu Mahlzeiten, Getränken (besonders Kaffee) und Zähneputzen, damit die Aufnahme nicht beeinträchtigt wird. Bei akuten Beschwerden kann die Einnahme zunächst stündlich erfolgen, jedoch sollte sie mit eintretender Besserung schrittweise reduziert werden. Wenn nach 3 bis 4 Anwendungen keine deutliche Wirkung eintritt, wird meist empfohlen, das Mittel zu wechseln oder eine persönliche Beratung in Anspruch zu nehmen.
Wann unbedingt zum Zahnarzt?
Ein Zahnarzt sollte dringend aufgesucht werden, wenn extrem starke Zahnschmerzen auftreten, die länger als zwei bis drei Tage anhalten oder sich verschlimmern. Alarmzeichen sind außerdem eine sichtbare Schwellung im Gesicht, am Kiefer oder Hals, Fieber sowie Schmerzen beim Schlucken oder Öffnen des Mundes. Diese Symptome können auf eine ernsthafte Entzündung oder Abszessbildung hinweisen. Auch bei starken pochenden, spontanen Schmerzen oder Eiterbildung ist ein schneller Besuch in einer zahnmedizinischen Praxis notwendig. Je früher eine Diagnose gestellt werden kann, um so die Ursache zu behandeln, desto besser lassen sich Komplikationen vermeiden.
FAQ
Kann ich Globuli nehmen, wenn ich schon Ibuprofen genommen habe?
Ja, in der Regel gibt es keine bekannten Wechselwirkungen zwischen Globuli und Ibuprofen. Globuli können begleitend eingenommen werden.
Wie schnell wirken Globuli bei Zahnschmerzen?
Die Wirkung ist individuell sehr unterschiedlich. Manche berichten von einer Besserung innerhalb weniger Minuten bis Stunden, andere spüren keine Veränderung. Oft entscheidet die Gesamtlage des Menschen hierbei und eine genaue Anamnese als auch Repertorisation der Mittel.
Kann ich Globuli auch vorbeugend bei Zahnschmerzen nehmen?
Globuli werden teilweise vorbeugend genutzt, etwa bei ersten Anzeichen von Beschwerden. Doch die Homöopathie wählt die Mittel nach dem Symptomenkomplex aus, daher ist es vorbeugend oft schwierig, Globuli einzusetzen. Möglich ist es aber im individuellen Fall.
Darf ich Globuli zusammen mit Antibiotika einnehmen?
Ja, Globuli können in der Regel zusätzlich zu Antibiotika verwendet werden. Sie beeinflussen die Wirkung des Antibiotikums nicht.
Gibt es Nebenwirkungen bei Globuli?
Es kann zu einer Erstverschlimmerung kommen. Dann ist es das richtige Mittel. Auch gibt es die sogenannte Arzneimittelprüfung, daher sollte vor einer Mittelwahl sich genau die Symptome angeschaut werden.
Kann ich die Einnahme selbst dosieren?
Ja, die Dosierung ist meist flexibel, sollte aber bei Selbstbehandlung nicht ohne fachlichen Rat über längere Zeit erfolgen, vor allem im Bereich von Potenzen C200 und höher.
Nicht sicher, welches Mittel zu dir passt?
Die Mittelwahl in der Homöopathie ist individuell. Was bei einer Person hilft, muss bei einer anderen nicht wirken. Wer bei der Symptombeschreibung unsicher ist oder bereits mehrere Mittel ohne Erfolg probiert hat, profitiert von einer indiviuelle persönlichen Beratung.


